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Im Zentrum von Chitti Kasemkitvatanas Werk steht ein Begriff der Leere, der Anwesenheit des Abwesenden unter besonderer Berücksichtigung seiner Durchlässigkeit; der thailändische Künstler zieht keine Grenzen zwischen verschiedenen Registern, nicht zwischen verschiedenen Positionen innerhalb des Kunstfeldes, und auch nicht zwischen der Kunst und allem anderen, der Spiritualität zum Beispiel: Nach einer aktiven Zeit in der Kunstszene Bangkoks während der 1990er Jahre, lebte Kasemkitvatana zwischen 2002 und 2010 zurückgezogen in einem Wald-Kloster im Norden Thailands.

Damals wie heute – vor und nach seinen Jahren im Kloster – propagiert Kasemkitvatana einen stark erweiterten Kunstbegriff und buchstabiert Kunst vor allem sozial: Als Sphäre der Ermöglichung, als Domäne der Begegnung, als Netzwerk und Freiraum. Künstlerisches, kuratorisches und publizistisches Engangement werden in diesem Rahmen als gleichwertig begriffen, die Grenzen zwischen beiden Sphären sind fließend. So arbeitete Kasemkitvatana um die Jahrtausendwende herum gemeinsam mit Rirkrit Tiravanijas am Ver Magazine oder kuratierte für das Projekt About Art Related Activities (AARA) Ausstellungen im About Café, einem der damals zentralen Kunstorte der Stadt. Seit 2012 betreibt er gemeinsam mit anderen erneut einen Projektraum in Bangkok, den sogenannten Messy Project Space (und gibt, gemeinsam mit Pratchaya Phinthong, auch wieder ein Magazin heraus, das Messy Sky Magazine).

Auch in seiner eigenen künstlerischen Arbeit steht für Kasemkitvatana der Moment im Mittelpunkt, an dem die verschiedenen Sphären, wie er es nennt, „porös“ werden, durchlässig. Das gilt auch im Hinblick auf seine eigene Biografie: Die Unterbrechung des Künstlerdaseins durch die Zeit im Kloster soll nicht als Rückzug aus der Kunst verstanden werden, die anschließende Rückkehr in den Kunstbetrieb nicht als Schlusspunkt der Beschäftigung mit Spiritualität. Auf vielfältige Weise sind die unterschiedlichen Bereiche und Abschnitte miteinander verwoben. Die Ausstellungen der letzten Jahre nehmen dann auch – wie etwa Tomorrow Was Yesterday (2011) in der Jim Thompson Foundation in Bangkok – alte Arbeiten aus den 1990er Jahren wieder auf, transformieren diese aber, erweisen Kasemkitvatanas altem Lehrer Aleks Danko Reverenz, und inkorporieren Erfahrungen im Kloster.

Immer wieder kreisen Arbeiten und Ausstellungen um Themen der Leere und der Konzentration: Bücher mit blanken Seiten, kunstvoll aufgefaltete Papierfächer, schlichte, leere Holzschachteln (zu sehen beispielsweise in der Ausstellung mo(nu)ment / [...] / memor(y)ial – another transmission (2012) bei gb agency/Leven One in Paris). Für series no. 00 versuchte Kasemkitvatana 2012 in Paris, im Rahmen einer Performance eine Münze in die just fünfzig Jahre vorher am gleichen Ort von Yves Klein proklamierte Zone de Sensibilité Picturale Immaterielle zu überführen. Das buchstäblich Materielle sollte ins Immaterielle übersetzt und die Leere somit greifbar werden.


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