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David Ter-Oganyan

Spätestens mit dem Gewinn des Henkel Art Award 2011, einem Förderpreis für Kunst aus Zentral- und Osteuropa, wurde auch ein internationales Publikum auf David Ter-Oganyan (*1981 in Rostow am Don, Russland) aufmerksam. Zuvor war der Künstler häufig im Kontext der vom Künstlerkollektiv Radek realisierten Aktionen aufgefallen, aber auch durch kuratorische Tätigkeiten, Objekte, multimediale Arbeiten und Zeichnungen. In seiner Arbeit bezieht sich Ter-Oganyan auf Formen und Traditionen der Moderne, und verbindet diese mit subversiven politischen und gesellschaftskritischen Themen, wie die sozialen Spannungen in Russland heute sowie die aggressiven Reaktionen der Staatsmacht auf kritische künstlerische Äußerungen und Aktivismus.

In seiner Ausstellung im Rahmen des Kunstpreises zeigte Ter-Oganyan im Wiener Museum Moderner Kunst eine Reihe seiner am Computer entstandenen Zeichnungen und Malereien, die er in schneller Folge, und mit Musik seines Künstlerkollegen Dowdy (Evgenii Uvarovskii) unterlegt, an die Wände projizierte. In verknappter und grober, bisweilen auch kindlich naiver Bildsprache erscheinen die Darstellungen von Tieren, Menschen, Nachrichtenbildern, Diagrammen und abstrakten Kompositionen wie spontane, skizzenhafte Notizen. Selbst wenn dazwischen der Slogan: „Free Pussy Riot!“ auftaucht, erscheint diese Bildfolgen eher als ironisierendes Echo und kritischer Kommentar auf das grelle Medienspektakel von Politik und politischer Berichterstattung. Sowohl die treibende Musik als auch die schnelle Folge der vordergründig immateriellen Bilder verwehren dem Betrachter ein allzu kontemplatives Innehalten vor dem Werk, und thematisieren damit grundsätzliche Fragen nach der Bedeutung und Wirkungsmöglichkeiten politischer Kunst überhaupt, und des Kunstmarkts im Besonderen. Die Paradoxie, gleichzeitig das Spektakel ebenso wie die klassischen Vorstellungen der Autonomie von Werk und Künstler zu bedienen und zu kritisieren, ist ebenso sorgfältig wie unterhaltsam konstruiert. Sie reflektiert nicht nur ein geschicktes Bedienen der Ökonomie der Aufmerksamkeit, sondern auch eine Strategie der aktivistischen Grundhaltung, die hier am Werke ist. Diese zeichnet sich weniger durch Überzeugungsarbeit aus, als durch die Anregung zum emanzipierten, selbstständigen Denken, die letztlich nur dazu führen kann, die Notwendigkeit des Widerstands zu erkennen und kollektiv sinnvoll zu handeln. Mit dieser Anregung zu gesellschaftlichem und politischem Engagement verbindet der Künstler nicht nur die Kunst mit der Realität sondern knüpft an die Tradition der kritischen Moderne an, und überführt sie eine zeitgemäße Form.

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