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AA Bronson

In der gemeinsamen künstlerischen Arbeit hätten sie die Begrenzungen des Individuums überwunden, erklärte AA Bronson einmal, und meinte damit das Künstlertrio General Idea, mit Felix Partz und Jorge Zontal. Patz und Zontals tragischer Tod an der Immunschwächekrankheit Aids im Jahr 1994 führte zum Ende der seit 1969 aktiven Gruppe, die, in Skulpturen, Performances und einem eigenen Magazin, auf humorvolle und innovative Weise eine Vielzahl von medialen Möglichkeiten mit konzeptuellen Ansätzen verband. Geprägt von den Versuchen der amerikanischen Rechten, Homosexuelle auszugrenzen und gesellschaftlich zu diffamieren, rückten General Idea zunehmend explizit ihre eigene Sexualität und die Problematik der Erforschung von Aids in das Zentrum ihrer Arbeit, entsprechend der Maxime, dass nicht nur das Persönliche, sondern auch das Intimleben politisch ist.

Die künstlerische Arbeit von AA Bronson bleibt den in diesem Kontext entwickelten Ideen verpflichtet, die Identität nicht als individuelle, sondern als gemeinschaftliche Erfahrung aufzufassen. Aus der eigenen Trauerarbeit um die verlorenen Künstlerfreunde entwickelte Bronson eine Praxis, in der sich Sexualität, Vergnügen und tiefgreifende persönliche oder gesellschaftliche Traumata vermischen. Von Introspektion und intimen Erfahrungen geprägt und jenseits rational reflektierender Erinnerungsarbeit oder gar sentimentalen Verklärungen, entwickelt er eine eigene, durchaus humorvolle Vorstellung von einem spirituellem Leben. Dazu gehören bei Bronson auch kollaborative Beziehungen zu jüngeren Künstlern, für die er ebenso als Mentor agiert, als auch deren Anregungen aufgreift. Dieses Beziehungsgeflecht institutionalisierte Bronson im Rahmen seiner letztzen Berliner Ausstellung „Invocation of the Queer Spirits“ (2011) in der Galerie Esther Schipper und stellte es als „Schule für junge Schamanen“ vor.

Die schwulen Geister die hier rituell angerufen wurden, sollten nicht Erlösung gewähren, sondern eher einen Pfad markieren, der die physisch greifbare mit der unfassbaren Welt verbindet, und behandelt letztlich die Auflösung der Dichotomie von Körper und Geist. Im körperlichen Akt der Liebe findet er eine Entsprechung zu performativen und sexuellen Aspekten des Rituellen, parallel dazu wie die Beschwörung der schwulen Geister diese erscheinen lässt. Mit dem Bild der Geister als machtlose Erscheinungen, nimmt der Künstler Bezug auf symbolische, physische oder soziale Ausgrenzung, in Bezug auf Krankheit, Schwäche aber auch aufgrund von sexueller Orientierung. Insofern ist seine Auseinandersetzung mit Sexualität nicht auf die Metapher zu reduzieren, sondern handelt mit dem Aufruf nach sexuellem Vergnügen, als positive und potenziell befreiende Kraft zu feiern, letztlich von sozialer Gerechtigkeit.

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http://www.aabronson.com/aaindex.html

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