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Theo Eshetu verbindet in seinen Videoinstallation eine Auseinandersetzung mit der Formensprache von bewegten Bildern, z.B. auch des Fernsehens, mit Themen aus der Anthropologie, wie der Bedeutung und Darstellbarkeit von Ritualen, Symbolen und Mythen. Dabei sind Eshetus biografische Wurzeln – 1958 als Sohn einer Holländerin und eines Äthiopiers in London geboren, lebte er lange in Äthiopien, bis er sich 1982 in Rom niederließ – ein Ausgangspunkt für sein Werk, in dem oft auf ein kompliziertes Netzwerk der Kulturen verwiesen wird. In der frühen Arbeit „Till Death Us Do Part. Rites des Passages“ (1984) setzt Eshetu sich nicht nur inhaltlich, sondern auch formal mittels spiegelnder und multipler Bilder mit dieser kulturellen Hybridität auseinander. Ähnliche Verfahren werden in der späteren Arbeit „Brave New World“ (2000) mit kaleidoskopartigen globalen Ansichten und einer Spiegelbox, die die Bilderflut wie einen Globus zeigt, während sie dem Betrachter sein eigenes Spiegelbild in unendlicher Ausführung vorhält, visuell zugespitzt. Hier trifft das Selbst unweigerlich mit dem vermittelten Spektakel zusammen.

Die Kollision von Gegensätzen sowie ihre harmonische Verbindung sind ein zentrales Motiv in Eshetus Bildsprache. So zeigt etwa “Trip to Mount Zuqualla” (2005) in einer verflochtenen Dreifachprojektion eine Pilgerung zum Berg Zuqualla, der äthiopischen Christen wie auch Animisten als heilig gilt. Mit einem Blick, der zwischen respektvoller Distanz und Intimität changiert, spürt Eshetu die sich abspielenden religiösen Zeremonien beider Anhänger auf, deren Höhepunkt die Feier ihres Zusammentreffens bildet. Ein Soundtrack aus Hip-Hop, religiösen Gesängen und einer Bach Symphonie unterstreicht die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der beiden Pilgergruppen.

Auch Eshetus bisher umfangreichste Videoinstallation „The Return of the Axum Obelisk” (2009) verdeutlicht die Verknüpfung von Inhalt und Form. Auf 15 Monitoren zeigt er wie der Obelisk von Axum mehr als 70 Jahre nach seiner Verschleppung durch Mussolini nach Äthiopien zurückkehrt. Anlässlich des Ereignisses kreiert er ein monumentales Werk, dessen technische Komplexität im Kleinen die Ingenieursleistung der Wiedererrichtung im Großen ehrt. Besonders eindrucksvoll ist, wie sich die Bilder aller 15 Monitore kurzzeitig zu einem Bild vereinen, als das letzte Segment des Obelisken platziert wird und sich die italienischen und äthiopischen Arbeiter gegenseitig beglückwünschen. Parallel nährt sich Eshetu diesem kulturpolitischen Ereignis über die Tradition äthiopischer traditioneller Malerei, indem er den Ursprungsmythos – die Geschichte der Königin Saba, deren Reich die Region um Axum bildete – in modernisierter Form aufgreift und so den Prozesse der Widererrichtung des Obelisken auch als eine „rituelle Zeremonie der Transformation“ zeigt.


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The Return of the Axum Obelisk

im Gespräch mit Koyo Kouoh und Bonaventure S.B. Ndikung

Konferenz: New Geographies in Sound Art

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